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Weniger Braugerste in Europa

Aufkommen wichtiger Anbauregionen enttäuscht - Notierungen steigen.
Die Braugersteernte in Europa fällt 2010 kleiner aus als erwartet. Weniger Fläche, niedrigere Erträge und fehlende Qualitäten sind die Ursache. Spätestens 2011 dürfte der Markt knapp mit Ware versorgt sein.
Das Angebot an Braugerste unterschreitet 2010 das Vorjahresergebnis in allen europäischen Ländern.

Frankreich wird in dieser Saison ein wichtiger Lieferant von Braugerste für Länder mit Qualitätsproblemen. Hier sind gute Qualitäten eingebracht. Der Eiweißgehalt streut zwar, aber die Ware wird als zufrieden stellend bezeichnet. Allerdings fehlt Menge. In Dänemark wurden die ersten Ernteergebnisse als sehr gut bezeichnet. Mittlerweile sind die Arbeiten immer wieder von Regenfällen unterbrochen. Die Erwartungen an die Gerste sind eher schlecht.
In Deutschland ist Sommergerste, die zuletzt geerntet wurde, zum Teil keine braufähige Ware mehr. Auswuchs und höhere Eiweißgehalte kennzeichnen die Partien. 20 % der Gesamternte hierzulande könnten betroffen sein. Bis zu den Regenfällen im August waren ordentliche Qualitäten und Mengen geerntet worden. Die erwarteten Erntemenge an Qualitätsbraugerste von etwa 1 Mio. t könnte noch einmal nach unten korrigiert werden. In Großbritannien gibt es ein zweigeteiltes Bild. In England ist von exzellenten Qualitäten die Rede. Etwa 90 % sind geerntet. Lediglich die letzten Flächen werden durchwachsen ausfallen. In Schottland waren Mitte August erst 20-30 % der Ware geborgen.
Spezielle Probleme haben der Osten und Südosten Europas. Aus Österreich und Ungarn werden schwache Erträge und Qualitäten gemeldet. Polen hat ebenfalls Probleme mit der Sortierung. In Tschechien standen Mitte August noch etwa 50 % der Sommergerste auf den Feldern. Ertragsverluste, Auswuchs, zu niedrige Vollgerste und schwaches Protein schmälern die Ernteergebnisse. Tschechien und die Slowakei haben überraschenderweise Importbedarf.
Während die Braugerstepreise vor wenigen Wochen noch von den Weizennotierungen getrieben wurden, stellt sich mittlerweile eine eigene Dynamik des Marktes ein Franco Oberrhein blieben die Kurse mittlerweile für Oktober bei 242 €/t. Ende Juli waren es 200 €/t.

geschrieben von Agrarzeitung / dg am 03.09.2010 um 10:40.


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