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Unbefriedigende Braugerstenqualitäten im Südwesten

In Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg sieht es mit der Sommerbraugerste aus dieser Ernte nicht gut aus. Durchschnittlich 20 Prozent weniger Ertrag erwarten Marktteilnehmer für diese Gebiete. In Rheinland-Pfalz könnten es auch bis zu 30 Prozent sein. Hauptproblem sind aber die Eiweißwerte. Sie bleiben weiterhin sehr hoch. Gebietsweise liegt der Schnitt bei 12,5 Prozent. Sehr häufig werden 13 Prozent erreicht. Erfasser im Südwesten, inklusive Baden, rechnen mit je einem Drittel Futtergerste, Kompromissgerste und Gerste, die Eiweißwerte bis zwölf Prozent vorweisen kann.

Der Anteil der verwertbaren Gerste könnte auch noch kleiner sein. Einige Händler haben Vorkontrakte zurückgekauft. „Dies ist die schlimmste Ernte, die wir je eingefahren haben“, so ein Getreidehändler. In Baden-Württemberg wurden zwar auch sehr heterogene Eiweißwerte gemessen. Im Schnitt könnten sie aber noch bei 11,0 bis 11,5 Prozent liegen. Die Sortierung dagegen ist in den meisten Fällen sehr gut.

In Niedersachsen dagegen ist von einer sehr guten Ernte die Rede. Erträge zwischen nur 1,5 t/ha bis hin zu über 9,0 t/ ha sind in diesem Jahr an der Tagesordnung. Erträge von über 8,0 t waren keine Seltenheit. So wird auch die erwartete Menge für Niedersachsen von unter 100.000 t auf etwa 120.000 t korrigiert. Die Fläche an Sommerbraugerste in Niedersachsen ist im Vergleich zum Vorjahr um 8.000 ha auf 18.000 ha gestiegen.

Immer wieder einsetzende Regenfälle in Dänemark lassen die Hoffnungen auf einen Ausgleich für die Einbußen in anderen Ländern Europas immer kleiner werden. Etwa 30 Prozent der Ernte in Dänemark und 20 Prozent in Schweden, wurden vor den Regenfällen eingebracht. Hier sind noch sehr niedrige Eiweißwerte von neun bis 10 Prozent, sehr gute Vollgerstenwerte und sehr hohe Erträge zu vermelden. Niederschläge Mitte August haben die Ernte nicht nur unterbrochen. Die Felder sind kaum befahrbar. So bleibt es aus heutiger Sicht eher unsicher, ob Dänemark die Lücke der anderen EU- Staaten füllen kann.

geschrieben von agrarzeitung.de am 22.08.2011 um 16:50.


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