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Radeberger Gruppe bleibt in direkter Nachbarschaft ihrer Heimatstadt

Die Suche der Radeberger Gruppe, Deutschlands größter privater Brauereigruppe, nach einem neuen, erweiterten Standort für ihre bisher in Frankfurt-Sachsenhausen agierende Tochter, die Binding-Brauerei, und eine neue Verwaltung ist beendet: Die Unternehmensgruppe einigte sich am heutigen Mittwoch mit der Stadt Bad Vilbel über den Erwerb eines Baugebietes im nördlichen Bereich des Gewerbeparks „Im Quellenpark": Das gaben die Stadt Bad Vilbel und die Frankfurter Un­ternehmensgruppe heute gemeinsam bekannt.

Dort wird die Brauerei­gruppe nun neben einer hocheffizienten und auf Nachhaltig­keit ausgerichteten Brauerei auch eine Abfüllzentrale, eine Logistikdreh­scheibe sowie ihre neue nationale Hauptverwaltung bauen. Der neue Standort soll 2012 den Betrieb aufnehmen.

Der Sprecher der Geschäftsführung der Radeberger Gruppe, Dr. Albert Christmann, und der Bürgermeister der Gemeinde Bad Vilbel, Dr. Thomas Stöhr, zeigten sich zufrieden mit dem gemeinsamen Vertragsabschluss, auf den sich beide Parteien am 3. Juni geeinigt haben. „Wir sind froh, dass wir nun nach einigen Wartezeiten und leider unumgänglichen schmerzhaften Entscheidungen einen entwicklungsfähigen, unseren Anforderungen gerecht werdenden und für eine Industrieansiedlung geeigneten Standort in Bad Vilbel für das Bauprojekt gefunden ha­ben. Dass damit unsere Neuansiedlung in un­mittelbarer Nähe zu unserer bisherigen Heimatstadt Frankfurt erfolgen kann und unsere Mitarbeiter den zukünftigen Arbeitsplatz unproblematisch erreichen werden, rundete die Bewertung für uns ab", erklärt Dr.Christmann die Entscheidung der Radeberger Gruppe für die Fläche in Bad Vilbel. Und Dr. Thomas Stöhr ergänzt: „Die Stadt Bad Vilbel freut sich darauf, die Radeberger Gruppe und ihre Mitar­beiter ab dem Jahr 2012 als neue ‚Heimatgemeinde' begrüßen zu dürfen. Diese An­siedlung einer national agierenden Brauereigruppe, dem Marktführer im deutschen Biermarkt, werten wir als ein positives Signal für unsere Stadt - und als wichtigen Schritt und Impuls für die zukünftige Weiterentwicklung unserer Gemeinde."

Dem Vertragsabschluss der beiden Verhandlungspartner waren intensive Gespräche und Verhandlungen vorausgegangen. Nachdem die Radeberger Gruppe ihren Such­radius Anfang Februar 2009 über die Stadtgrenzen Frankfurts, das sechs Monate lang einen Exklusivstatus bei der Suche genossen hatte, erweitert hatte, war auch ein Angebot der Stadt Bad Vilbel in der Frankfurter Hauptverwaltung eingegangen. Dr.Stöhr: „Unser angebotenes Areal nördlich der Nordumgehung zur B3 wird künftig Industriegebiet. Es kann alle Anforderungen der Radeberger Gruppe erfüllen: Es ist sehr gut an die Au­tobahn angeschlossen und ist altlastenfrei. Das Neubaugebiet Dortelweil ist fast einen Kilometer entfernt - und damit von dieser Ansiedlung nicht tangiert. Das Areal hat mit mehr als 22 ha eine Größe, die weitere Entwicklungen der Brauereigruppe in der Zukunft ohne Kompromisse berücksichtigen kann. Die Baureife kann zügig hergestellt werden. Und wir als Stadt waren der ein­zige Besitzer. Da haben wir mit unserem Flächenangebot natürlich nach der Öffnung des Suchverfahrens über Frankfurt hinaus nicht lange gezögert..."

Das Angebot aus Bad Vilbel setzte sich gegen eine große Kon­kurrenz von Angeboten aus dem direkten Umland - und darüber hinaus - durch: „Bei dem Angebot aus Bad Vilbel stimmten einfach fast alle Eckwerte: Wir haben zwar auch harte, aber immer konstruktive und partnerschaftliche Verhandlungen mit den Reprä­sentanten der Stadt Bad Vilbel geführt, auch um Lösungen und Einigungen gerungen. Aber es hat sich gelohnt: Wir werden in Bad Vilbel nun auf einem Gelände bauen, das uns für unser bestehendes Projekt, aber auch für zukünftige neue Trends und Entwicklungen, genügend Spielraum bietet und unseren durch die lange Suche stra­pazierten Zeitplänen gerecht wird", betont Dr. Albert Christmann. „Wir sind er­leichtert, nach zehn Monaten anstrengender Suche und bei zunehmender Verunsicherung, wo es denn nun hingehen wird, ob wir in Frankfurt bleiben können oder gehen müssen, einen konkreten Zielstandort zu kennen. Das tut uns allen - den Planungsteams, unseren Bauex­perten, aber auch unseren Mitarbeitern - wirklich gut."

Hintergrundinformation
Die Radeberger Gruppe muss den Sachsenhäuser Berg in Frankfurt, an dem ihre Tochter, die Binding Brauerei, seit fast 140 Jahren Bier braut, verlassen, da ein neuer Bebauungsplan die benachbarte Wohnbebauung näher an das Brauereigelände rü­cken lässt. Bei der Suche nach einem erweiterten Alternativstandort hatte die Braue­reigruppe der Stadt Frankfurt, ihrer Wunschadresse, zunächst sechs Monate lang eine Exklusivrolle eingeräumt. Der einzige aus Sicht der Radeberger Gruppe machbare Adressvorschlag der Stadt, Nieder-Eschbach, hatte sich als politisch nicht umsetzbar erwiesen, obwohl die Radeberger Gruppe ihr Gelände am Sachsenhäuser Berg in zentraler Stadtlage zum zuzahlungslosen Tausch gegen das unerschlossene Gelände im Frankfurter Norden angeboten hatte. Um eine Frankfurter Lösung trotzdem noch zu ermöglichen, hatte die Unternehmensgruppe eingewilligt, ein bereits einmal ausge­schiedenes Gelände in Frankfurt ein zweites Mal einer Prüfung zu unterziehen: Rödel­heim. Die notwendige Detailprüfung dauerte fünf weitere Monate und kostete 500.000€. Da dieses Areal zahlreiche offene Fragen mit sich brachte, erweiterte die Rade­berger Gruppe parallel zu dieser Zweitprüfung ihren Suchradius Anfang Februar 2009 auf das gesamte Rhein-Main-Gebiet, um weitere Zeitverluste abfedern zu können. Nach dem endgültigen Scheitern der gemeinsamen Suche zwischen Stadt und Investor in­tensivierte die Radeberger Gruppe die Gespräche mit Anbietern aus dem Umland. Ei­ner dieser Anbieter war die Stadt Bad Vilbel.

Der Kaufvertrag zwischen der Radeberger Gruppe und der Stadt Bad Vilbel wurde am 3. Juni 2009 unterzeichnet. Er umfasst den Kauf von etwa 22 ha Baugebiet in Bad Vilbels Norden. Über den Kaufpreis und Details der Vertragsvereinbarungen haben beide Vertragspartner Stillschweigen vereinbart.

Bis zum Zeitpunkt des Umzugs 2012 wird die Radeberger Gruppe ihre Produktion am Sachsenhäuser Berg selbstverständlich fortsetzen. Und auch über den unumgängli­chen Umzug hinweg werden die Radeberger Gruppe und ihre Tochter, die Binding-Brauerei, der Stadt Frankfurt mit starken Engagements, einer Fortsetzung ihrer Gastro- und Eventtätigkeiten und großer Präsenz treu bleiben.

geschrieben am 05.06.2009 um 17:16.


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