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Geschichten um eine Pflanze: Hopfen
Als Nutzpflanze wird Hopfen seit Jahrhunderten für die Bierherstellung verwendet, aber nur wenige wissen, dass er noch viele andere interessante Seiten hat. Bereits im März wird das erste Produkt der Pflanze - die ersten Sprossen - geerntet und in Feinschmeckerrestaurants als Hopfenspargel verarbeitet. Zeitrafferaufnahmen zeigen das raffinierte, rasante Wachstum der Schlingpflanze, die an manchen Tagen bis zu einem halben Meter wächst.
Alte Schriften belegen, dass der Hopfen als Beruhigungsmittel aus der mittelalterlichen Volksmedizin nicht wegzudenken war: Der nahe Verwandte von Marihuana enthält harmlose Schlaf fördernde Stoffe. Auch im Kräutergarten zu Ehren des Gesundheitspfarrers Kneipp in Bad Wörishofen rankt der Hopfen. In den sandigen Auwäldern am Rhein, vor allem auf der Naturschutzinsel Kühkopf, wuchert er wild.
Die bayerische Hallertau ist das weltweite Hopfenzentrum; hier und in allen anderen Anbaugebieten darf nur der weibliche Hopfen mit den wertvollen Dolden wachsen. Im Forschungszentrum Hüll werden neue Sorten gezüchtet, und im bayerischen Wolznach wird bei einem aufwendigen historischen Festumzug die Geschichte des Hopfenanbaus von Beginn an demonstriert. Auch am Bodensee, bei Tettnang, wird Hopfen angebaut, hier ist der Pflanze sogar ein ganzes Museum gewidmet. Bäcker Sepp Reck fertigt Pralinen und andere Leckereien mit Hopfen, und in der Fastnacht tanzen hier die "Hopfennarren".
Quelle: "Geschichten um eine Pflanze - Der Hopfen", 45 minütiger Dokumentarfilm aus einer 10-teiligen Reihe für ARTE/HR
geschrieben von Dr. Ina Knobloch, City Media TV, Frankfurt am 01.01.2006 um 09:16.
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