Wussten Sie schon
Kochen mit Bier - Fast vergessene Rezepte neu entdecken
Flensburg (ddp). Gutes Bier ist nicht nur als Getränk ein Genuss. Es lässt sich mit ihm auch hervorragend kochen. «Bier ist gewissermaßen das älteste Gewürz der Welt. Und heute bringt diese Kochweise wieder etwas Abwechslung auf den Tisch», sagt Hartmut B. Klinger, Co-Autor von «Brau-Meisterküche. Das Bier Kochbuch».
In der traditionellen bayerischen Küche war und ist Kochen mit Bier üblich. «Biersoßen sind zum Beispiel etwas ganz Typisches aus dieser Region», sagt Klinger. Im norddeutschen Raum ist diese Art zu Kochen nicht so verbreitet.
Die Bierrezepte der Autoren stammen teils aus mündlicher Überlieferung, alten Kochbüchern oder aus diversen Fundgruben. «Wir haben sie dem heutigen Geschmack entsprechend modernisiert und angepasst», betont der Autor. Einige Rezepte seien aber auch mutige Eigenkreationen wie zum Beispiel die Gurkenrahmsuppe mit Bier.
Ein traditionelles Gericht der Bierküche ist die Biersuppe. «Früher galt sie als 'Arme-Leute-Essen', schmeckt aber trotzdem sehr lecker», betont der Kochbuchautor. Die Suppe besteht aus Rinderbrühe, die mit verschiedenen Gemüsesorten und natürlich Bier abgekocht und anschließend mit Gewürzen verfeinert wird.
Ein weiteres klassisches Gericht ist frittiertes Gemüse im Bierteig. «Man kann den Teig entweder pikant mit Gemüse und Mayonnaise zubereiten, aber auch in der süßen Variante als Apfelküchlein servieren», sagt Klinger. Ein weiteres Dessert mit Bier ist zum Beispiel «Honigkuchensoufflé mit Bierzabaione».
«Etwas bekannter ist der »Gezupfte«, wieder ein Rezept aus der bayerischen Region. Hier vermischt man Camembert mit Zwiebeln, Butter, Eigelb, Kümmel, Paprika und einem halben Liter Bier», sagt der Autor.
Wenn Fleisch auf dem Speisezettel steht, ist das «Kaninchen Flensburger Art», ein passendes Gericht. Diese hochprozentige Speise wird in einer Kombination aus Bier und Rum geschmort. «Das mag auf den ersten Blick etwas unüblich erscheinen, das Resultat ist jedoch überaus schmackhaft», betont der Bierexperte.
Beliebt ist auch die «Brauhaus Zwiebelsuppe». «Sie besteht aus einem Pfund Zwiebeln, einem Esslöffel Butter, einem Teelöffel Tomatenmark, einem halben Liter Fleisch- oder Gemüsebrühe und einem halben Liter hellem Bier», sagt der Buchautor. Zum Würzen benötigt man noch Majoran, Salz, Pfeffer und Kümmel. «Legen Sie dann noch ein mit Käse bestreutes Weißbrot in die Suppe, und geben das Ganze in den Ofen, bis der Käse geschmolzen ist.»
Die Bierküche passt aber nicht nur zu traditionellen Rezepten. Der Gerstensaft kann auch bei moderneren Küchenklassikern zum Einsatz kommen, bei denen kein Bier auf der Zutatenliste vermutet wird. «Alle Gerichte, die mit Wein zubereitet werden können, schmecken in der Regel auch mit Bier», betont Klinger. Bei der Frage nach der Sorte entscheidet der individuelle Geschmack - obwohl es natürlich einige Tipps zu beherzigen gibt.
«Für Bierteig eignet sich helles Bier zum Beispiel besser als dunkles, da es milder im Geschmack ist», sagt Klinger. Für deftige Soßen und Braten passt hingegen das würzige dunkle Bier hervorragend. «Es macht den besten Geschmack und rundet den Braten sehr schön ab.» Generell ist aber jede Biersorte zum Kochen geeignet.
Natürlich können mit Bier auch Getränkemischungen hergestellt werden. «Da gibt es zum Beispiel die veredelte Bier-Kaltschale, oder den 'Höllentrunk' aus dunklem Bier, Rum, vier Zitronenscheiben, Salz, Pfeffer und etwas löslichem Kaffee zum Bestreuen», sagt Klinger.
Link: http://de.news.yahoo.com/050105/336/4d11k.html
geschrieben von http://de.news.yahoo.com am 04.01.2006 um 12:57.
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