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Karlsberg Brauerei: Neue strategische Ausrichtung

Im Rahmen der Betriebsversammlung am 13. März 2010 hat die Geschäftsführung die Belegschaft der Karlsberg Brauerei in Homburg über die wirtschaftliche Situation und Zukunft der Brauerei informiert. Wirtschaftskrise und branchenbedingte Absatzeinbußen sind, nach Aussage des Karlsberg-Chefs, nicht spurlos an der Homburger Brauerei vorbeigezogen. „Jetzt ist es unsere dringliche Aufgabe, schnell wieder auf einen profitablen Wachstumskurs einzuschwenken und an unsere erfolgreichen Zeiten vor der BHI-Partnerschaft anknüpfen“, so Dr. Weber. Dabei setze die Brauerei auf eine konsequente Marktausrichtung, um Wettbewerbsvorteile zu generieren.

Seit der Rücknahme der BHI-Anteile im vergangenen Juni vollzieht die Karlsberg Brauerei einen entschiedenen Kurswechsel. Das Unternehmen konzentriert sich wieder auf seine ureigensten Stärken, die Produktion und Vermarktung innovativer Getränke, und auf einen neu definierten Kernmarkt. Ein wichtiges Standbein wird auch weiterhin der Vertrieb von Handelsmarken sein. Darüber hinaus verspricht sich die Geschäftsführung durch die engere Zusammenarbeit zwischen den deutschen und französischen Produktionsstätten positive Synergieeffekte. Neben einer Justierung der strategischen Handlungsfelder wurden, nach Aussage Dr. Webers, umfassende Restrukturierungsprojekte auf den Weg gebracht mit dem Anspruch, sowohl die Ertragslage als auch die finanzielle Stabilität der Brauerei schnell und nachhaltig zu sichern. In allen Bereichen sei nun mit einschneidenden Maßnahmen zu rechnen. „Bei allen Maßnahmen hat die Marktbearbeitung oberste Priorität“, resümiert Dr. Weber.

Personelle Konsequenzen
Im Zuge des Restrukturierungsprozesses hat das Unternehmen, wie auf der Betriebsversammlung bekannt gegeben, auch seinen Personalstand überprüft. Nach aktuellem Kenntnisstand seien davon in diesem Jahr bei der Karlsberg Brauerei rund 30 Arbeitsplätze betroffen. Zusätzlich müssen Tarifstrukturen und Einkommensbestandteile bis zur Stabilisierung der Situation verändert werden. Hierzu sei der Abschluss eines so genannten Standortsicherungs- und Entwicklungs-Tarifvertrages für die kommenden Jahre notwendig. Am 31. März beginnt die erste von insgesamt vier Verhandlungsrunden mit Betriebsrat und Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Auch wird es einschneidende Maßnahmen bei der Karlsberg Tochter Vendis geben, die den Personalstand um 20 Arbeitsplätze reduzieren wird. Zudem wird sich die Anzahl der Mitarbeiter beider Unternehmen in den Folgejahren durch das Auslaufen von Altersteilzeitverträgen verringern.

Anpassung der Kommunikationsstrategie
Trotz der wirtschaftlich schwierigen Lage wird Karlsberg weiterhin ein wichtiger Partner im Bereich Sponsoring bleiben. Das Engagement von Karlsberg in der Region wird dabei auf die neue strategische Ausrichtung angepasst und dort angesetzt, wo direkte Getränkeabsätze zu erwarten sind – insbesondere im Bereich der alkoholfreien Getränke. Gleichzeitig hat Karlsberg die Bekennerkampagne „Das ist mein Karlsberg!“ ins Leben gerufen und schon in kürzester Zeit großen Zuspruch von der Bevölkerung erhalten. Bei dieser Aktion können Endverbraucher sowie Funktionsträger aus Politik, Sport oder Kultur ihre Verbundenheit zur Karlsberg Brauerei und ihre Bedeutung für die Region zum Ausdruck bringen. „Wir freuen uns, dass sich so viele Menschen bei uns spontan gemeldet haben und sich an dieser Kampagne beteiligen wollen“, erklärt Dr. Weber. Karlsberg stehe zu seiner regionalen Verbundenheit und werde auch in Zukunft die sozialen Strukturen in der Region, die vielen Vereine, Gastronomien, Stadtfeste und Veranstaltungen aktiv unterstützen, wenn auch in geringerem Maße als bisher: „Hier unterscheiden wir uns klar von Billigbieranbietern.

Der Markt und seine Herausforderungen
Die umfassenden Restrukturierungsmaßnahmen resultieren auch aus der derzeitigen Branchensituation, die durch sinkenden Bierabsatz sowie durch die Auswirkungen der Wirtschaftskrise und des Rauchverbots gekennzeichnet ist. Der Deutsche Biermarkt schrumpfte im Januar gegenüber Januar 2009 um 10 % nach Aussage des Deutschen Brauerbundes. „Die exogenen Rahmenbedingungen erfordern, Kosten zu senken, die eigene Effizienz zu steigern und konsequent weiter an der Umstrukturierung zu arbeiten“, so Dr. Weber. Darüber hinaus setze das Unternehmen weiterhin auf seine Kernkompetenzen – Produktinnovationen. So werde Karlsberg in Kürze ein neues Weizenbier inklusive einer alkoholfreien Variante auf den Markt bringen und auch die Dachmarke MiXery mit neuen Produkten weiter ausbauen. Zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit wird darüber hinaus in den Ausbau des Technikstandards investiert. Die Gär- und Lagerkeller werden mit einem Volumen von zehn Millionen Euro in den nächsten vier Jahren ausgebaut. In punkto stärkere Integration wird die vendis GmbH an den Standort Homburg in das Paul-Weber-Haus ziehen.

geschrieben von about-drinks.com %07C Karlsberg Brauerei am 17.03.2010 um 06:17.


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