Marktberichte
Die europäischen Wirtschafts- und Finanzdaten zeigten sich mal wieder von ihrer depressiven Seite in der letzten Woche. Weitere Angriffe von Ratingagenturen gegen einzelne europäische Staaten oder aber auch gleich die ganze Eurozone stehen auf der Tagesordnung. Die ursprünglich mal vom EU-Gipfel versucht zu verbreitende Zuversicht ist leider bereits wieder verflogen… die meisten europäischen Aktienmärkte waren in der letzten Woche auf Talfahrt und der Euro notierte auf einem 11-Monatstief unter 1,30. Selbst der sichere Hafen Gold verlor knapp 9%.
Heute ist eine leichte Erholung an den Aktienmärkten zu sehen und der Dollar notiert um 1,30. Von einer Jahresendrally kann aber offensichtlich dieses Jahr keine Rede sein.
Die internationalen Getreidemärkte in Chicago zeigen sich in ihrer Nacht-Session überwiegend fester und MATIF Januar kann doch überraschend um 4 Euro/Tonne zulegen.
Neues vom internationen/europäischen Getreidemarkt:
Bis jetzt hat die GASC im laufenden Fiskaljahr insgesamt 3,8 Mio. Tonnen Weizen gekauft – 3 Mio. Tonnen aus Russland, 300.000 Tonnen aus der Ukraine, 120.000 Tonnen aus Kasachstan und 240.000 Tonnen aus Argentinien.
Wir gehen davon aus, dass Argentinien weiterhin ein wichtiger Ursprung für Ägypten in den nächsten Monaten bleiben wird.
Die weitere Entwicklung ist relativ wichtig für die Weltmärkte. Das als Folge der großen Wirtschaftskrise damals gegründete CWB exportiert derzeit 21 Mio. Tonnen Getreide an Kunden in 70 Ländern. Hauptexportartikel sind Sommerweizen, Durum und Braugerste.
Generell tendierend die Getreidemärkte im Augenblick überwiegend bearisch. Dies ist insbesondere in der sehr reichlichen Versorgung mit Weizen aus allen Ursprüngen begründet. Eine Änderung dieses Trends könnte sich mit dem Januarbericht des USDA ergeben, wenn erneut bei Mais die Exportzahlen, Ethanolproduktion, sowie eine Ertragsschätzung abgegeben werden.
Wir dürfen nicht vergessen: Es ist immer noch das wichtigste Futter-/Energiegetreide…
Unser lieber Braugerstenmarkt:
Die letzten Abwicklungen, die wir gesehen haben, zeigen uns, dass die Keimenergie mehrheitlich um 95% liegt (94 bis 96%). Dabei hören wir auch von Laboren, dass es sich dabei nicht mehr um eine Keimruhe handelt, sondern die Ware schlichtweg jetzt schon so schlecht keimt – was passiert dann im Februar/März damit? Damit ist es erneut äußerst fraglich, welcher tatsächliche Exportüberschuss nun aus Dänemark/Schweden zu erwarten ist ??
Erste Verladungen könnten bereits im Dezember/Ankunft Januar 2012 erfolgen, die Frage, wer wieviele Importlizenzen bekommt, ist noch unklar. Wir gehen allerdings davon aus, dass von den 307.000 Tonnen zur Verfügung stehender Lizenzen ein Großteil auf Braugerste entfallen wird. Allerdings darf man auch nicht das Geschäft mit 3.000 Tonnen-Schiffe vergessen, die regelmäßig von der Ukraine/Russland nach Griechenland, Spanien und Portugal exportiert werden.
Gleichzeitig hören wir mehr und mehr, dass IMEX-Verfahren stärker in Betracht gezogen werden.
Im Allgemeinen bleiben wir bei der festen Bewertung für den Braugerstenmarkt, da wir überzeugt sind, dass trotz Import argentinischer Ware (diese Mengen schließen eine wichtige Lücke, mehr aber auch nicht) die Angebots- und Nachfragesituation bei guter Braugerste angespannt bleiben wird.
Momentan tut sich am Markt nicht viel. Dies gilt nicht nur für die problematische Saison 2011, sondern auch für die beiden kommenden Ernten 2012 und 2013.
Sommergerste
E 11 Preis Kommentar
FOB Creil Basis Juli 255 € gehandelt
FOB Mosel Basis Juli 259 € nominal
FOB DK Basis Januar 229 € nominal
FOB England Basis Januar 250 € nominal
franko Bayern Basis Januar 255 € Verkäufer
franko Oberrhein Basis Januar 260 € nominal
E 12 Preis Kommentar
Basis Juli 225 € nominal
Basis Juli 230 € Verkäufer
Basis Oktober 216 € nominal
Basis Oktober 218 € gehandelt
Basis Oktober 240 € nominal
Basis Oktober 243 € nominal
Genießen Sie alle eine letzte arbeitsreiche Woche, bevor wir uns hoffentlich bei ein paar besinnlichen Tagen von den Irrungen und Wirrungen der letzten Monate erholen können.
Link: http://www.grainexx.com
geschrieben von Grainexx Getreidehandels GmbH am 19.12.2011 um 20:41.
22.05.12 - Nachdem die Angabe der Anbauflächen für Sommergerste beim 1. Saatenstandsbericht auf Schätzungen der Landesförderverbände für Braugerste in Deutschland beruhen, gaben sie lediglich einen ersten Trend wieder. Seit 2. Mai gibt es erste Flächenprognosen für den Anbau von Sommergerste vom Statistischen Bundesamt. Auch bei diesen Zahlen handelt es sich noch um Prognosen und nicht um endgültige Anbauflächenzahlen. [mehr]
21.05.12 - Es sind aktuell bereits über 1 Mio. Euro für das Klimaschutz-Projekt zusammen gekommen. Mit dem Stand vom 21.05.2012 sind es genau 1.144.165 Euro. Die Gelder werden für Wiedervernässung und Aufforstung der Torfmoorwälder im Sebangau Nationalpark in Borneo, Indonesien verwendet. Durch die Kronkorkenaktion werden bis zu 50.000 Hektar Moorfläche zusätzlich geschützt. Für die Umsetzung der Klimaschutz-Maßnahmen sorgt der WWF. [mehr]
21.05.12 - Die Regenfälle der letzten Wochen die Aufwuchsbedingungen regional stabilisiert, dennoch bleibt der Ertrag und die Produktion beim Wintergetreide deutlich unter den ursprünglichen Erwartungen. Zudem mussten bei Winterweizen, Wintergerste und auch bei Raps mehr Flächen umgebrochen und mit Sommergetreide bestellt werden als bislang gedacht. Wegen des deutlichen Zuwachses bei Sommergetreide und Mais schätzt der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) die Gesamternte jetzt um eine Millionen Tonnen (Mio t) höher auf insgesamt 42,4 Mio. t. Der Inlandsbedarf liegt nach den Berechnungen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) jedoch zwischen 43 und 44 Mio. t Getreide. [mehr]