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Getrunken wird immer - aber was?
Getrunken wird immer – eine Tatsache, die auf die Getränkebranche gerade in schwierigen Zeiten beruhigend wirkt. Die empfohlene Flüssigkeitsmenge
beträgt 1,5 l pro Tag, so die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Im Sommer und in südlichen Ländern dürfen es schon drei Liter und mehr sein. Doch leider bedeutet ein hoher Flüssigkeitsbedarf per se noch lange nicht reibungslose Geschäfte innerhalb der europäischen Getränkebranche.
Es gilt, Konsumenten von einer bestimmten Getränkekategorie und schließlich von der eigenen Marke zu überzeugen. In gesättigten Märkten wie Westeuropa, Nordamerika und Australien werden 66 % des Flüssigkeitsbedarfs durch verpackte Getränke gedeckt. Dagegen sind es in reifenden Märkten wie Osteuropa und Lateinamerika gerade einmal 22 %, in noch zu entwickelnden Getränkemärkten wie Asien, dem Mittleren Osten und Afrika erst um die 10 % (Euromonitor International).
Weltweit am beliebtesten: Heißgetränk Tee und abgefülltes Wasser
Bei globaler Betrachtung steht bei verpackten Getränken im Jahr 2009 das Heißgetränk Tee mit einem Konsum-Anteil von 16,1 % ganz vorne, dicht gefolgt von abgefülltem Wasser (15,6 %). Weiter geht es mit karbonisierten Erfrischungsgetränken (13,3 %), Bier (11,4 %), dem Heißgetränk Kaffee (10,3 %), Milch (9,8 %), Frucht- und Gemüsesäften (4,9 %), Konzentraten (3,9 %), Ready To Drink (RDT) Tee (2,2 %), Wein (1,8 %) und Functional Drinks (1,2 %). Die verbleibenden 9,5 % verteilen sich auf eine Vielzahl sonstiger Getränkevarianten. Ein äußerst dynamischer Markt: Abgefüllte Wässer legten beispielsweise in den letzten zehn Jahren um satte 5,4 % zu. Der Anteil der Milch dagegen sank um 1,2 % (Euromonitor International).
Zusatznutzen bringt Marktanteile: Trink dich schön und fit!
Trends frühzeitig erkennen und sich an ihnen ausrichten – so lautet die Devise der Erfolgreichen. So genannte Functional Drinks, Getränke mit Zusatznutzen, erfuhren innerhalb der letzten fünf Jahre die höchsten globalen Wachstumsraten. Ballaststoffe, Mineralien, Vitamine, Antioxidantien, Pflanzenextrakte usw. werden zugesetzt. Dabei achtet der Verbraucher immer stärker auf Natürlichkeit und Naturbelassenheit dieser Zusatzstoffe. Ein Beispiel ist L-Carnitin, das als funktioneller Zusatzstoff u. a. in Beauty Drinks die Fettverbrennung unterstützt. L-Carnitin ist für den Energiestoffwechsel unentbehrlich und wird sowohl im Körper selbst produziert als auch mit der Nahrung – z. B. mit rotem Fleisch – aufgenommen. Studien belegen die positive Wirkung von L-Carnitin auf den menschlichen Organismus – bei sportlichen Aktivitäten wie bei der Gewichtsregulierung. Zudem soll L-Carnitin die kardiovaskuläre Gesundheit positiv beeinflussen. Diese Eigenschaften nutzt bereits ein Thailändischer Getränkehersteller und versetzt einen „Beauti Drink“ mit L-Carnitin und Fasern, während andere „Beauti Drink“-Varianten Chlorophyll, das Coenzym Q10 und Collagen enthalten. Das Unternehmen spricht von sehr guten Erfolgen auch außerhalb Thailands und will in diesem Jahr die Produktionskapazitäten um 50 % erweitern.
Von der Nachfrage nach Getränken mit Zusatznutzen profitiert auch der Markt der Energy Drinks. Hier herrscht breite Geschmacksvielfalt. Derzeit besonders trendy sind die so genannten Juicy Energy Drinks mit hohem Fruchtsaftanteil. Meist werden hier natürliche Koffeinquellen wie Guarana verwendet. Als Top Ten Märkte der weltweit konsumierten etwa 3,3 Mrd. l Energy Drinks gelten nach Absatzzahlen: USA, Thailand, Japan, China, Deutschland, Großbritannien, Indonesien, Polen, Spanien und Australien. Seit 2003 wuchs dieses Segment um ca. 2 Mrd. l. Bis 2013 wird ein weiterer Zuwachs um gut 1 Mrd. l prognostiziert. Allein in Norwegen stiegen 2009 die Absatzzahlen fast um 100 % (Euromonitor International).
Wasser mit dem gewissen Etwas
Im Wassermarkt kann Zusatznutzen beispielsweise eine Anreicherung mit Vitaminen, Mineralien oder auch Sauerstoff bedeuten. Der jährliche globale Pro-Kopf-Konsum liegt hier momentan bei 0,6 l. Aktuell vereinen die USA, Deutschland und Japan 83 % des weltweiten Verbrauchs auf sich. Wie zügig Wachstum in diesem Segment sein kann, demonstriert der tschechische Markt. Von 2006 bis 2009 stieg hier der Pro-Kopf-Konsum von 2 auf 6 l und damit um 200 % (Euromonitor International). Abgefüllte Wässer blieben auch in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten ein Wachstumsmarkt. Weltweit wuchs der Konsum letztes Jahr um 2 %. Dabei fing Asien die rückläufigen Entwicklungen in Westeuropa und Nordamerika auf. Speziell China verzeichnete Absatzzuwächse von 18 % allein im dritten Quartal 2009. Obwohl vor allem in Spanien und Frankreich der Verbrauch stärker zurück ging, wurden doch fast 30 % der abgefüllten Wässer in Westeuropa verkauft (Canadean).
Deutschland – gern auch alkoholfrei
In Deutschland hatte abgefülltes Wasser nur ein geringes Absatzminus. Jeder Deutsche trank 137,4 l (2008: 138,1 l). Insgesamt erreichte der Pro-Kopf-Verbrauch an alkoholfreien Getränken 291,4 l (2008: 292,4 l). Erfrischungsgetränke hielten mit 117 l etwa ihr Vorjahresniveau. An Fruchtsäften und Nektaren wurden durchschnittlich 37 l (2008: 37,4 l) konsumiert (wafg, Wirtschaftsvereinigung Alkoholfreie Getränke). Beliebtester deutscher Fruchtsaft war 2009 der Orangensaft, der damit dem Apfelsaft den Rang ablief. Gemeinsam halten die Top 3-Saftvarianten Orange, Apfel und Multivitamin unter den Fruchtsäften etwa 70 % Marktanteil (GfK, Gesellschaft für Konsumforschung).
Weltmeister im Biertrinken: Tschechen, Österreicher und Deutsche
Brancheninsider schätzen das Wachstum des weltweiten Biermarktes von derzeit 1,922 auf 2,222 Mrd. hl im Jahr 2013. Längst ist China – betrachtet man ausschließlich Hektoliter-Zahlen – der weltgrößte Biermarkt, gefolgt von den USA, Brasilien, Russland, Deutschland und Mexiko. Zu den Top 5 Braukonzernen weltweit zählten 2009 Anheuser-Busch InBev mit einem Absatzvolumen von etwa 350 Mio. hl, SABMiller (knapp 250 Mio. hl), Heineken (ca. 200 Mio. hl), Carlsberg (ca. 125 Mio. hl) und Tsingtao mit etwas mehr als 50 Mio. hl. Damit halten diese Konzerne einen Marktanteil von ca. 50 % am Welt-Biermarkt (Plato Logic). Weltmeister der Biertrinker sind – trotz geschätzten Konsumverlusts 2009 von rund 7 % – die Tschechen. 2008 trank der durchschnittliche Tscheche 155 l, gefolgt von den Österreichern mit 106,4 l im Jahr 2009 und den Deutschen mit 104,7 l. In Deutschland ging der Bierabsatz letztes Jahr um rund 2,9 Mio. hl und damit um 2,8 % auf knapp 100 Mio. hl zurück. Mit 3,1 % waren auch die Biermischgetränke erstmals rückläufig.
Russland: Schwere Zeiten für Alkoholika
Auch in den ehemals stark wachsenden osteuropäischen Biermärkten Russland und Ukraine gibt es Rückgänge. So sank in der Ukraine der Bierkonsum 2009 um 6,2 %, in Russland sogar um 10,7 %. Generell dürften es alkoholische Getränke jeglicher Art in Russland zukünftig schwer haben. Die Verdreifachung der Verbrauchssteuer für Bier oder der fixierte Minimalpreis für Wodka sollen helfen, den Alkoholverbrauch bis zum Jahr 2020 zu halbieren. Dennoch ist Russland auf der Suche nach neuen „Bier-Erkenntnissen“. So testete eine japanische Brauerei gemeinsam mit der Universität Ookyama und der russischen Akademie der Wissenschaften die erste Weltraum-Gerste, deren Samen sich angeblich fünf Monate lang auf der Internationalen Raumstation ISS befanden. Angebaut und geerntet wurde die Gerste schließlich auf der Erde. Jetzt entsteht daraus Bier für Erwachsene und Gerstentee für Kinder.
Derartige Cross-Innovations-Ansätze können auch der Getränkewirtschaft helfen, Grenzen des eigenen Marktes zu überschreiten. Das deutsche Zukunftsinstitut empfiehlt die Synthese von bereits vorhandenem Wissen, das neu kombiniert zu innovativeren Lösungen führt – Denkanstöße auch für den Erfahrungsaustausch erhalten Sie auf der Brau Beviale 2010 (10. bis 12. November).
Link: http://www.about-drinks.com/en/news/00010718.html
geschrieben von about-drinks.com %07C Pressemitteilung NürnbergMesse %07C Brau Beviale 2010 am 21.04.2010 um 08:54.
22.05.12 - Nachdem die Angabe der Anbauflächen für Sommergerste beim 1. Saatenstandsbericht auf Schätzungen der Landesförderverbände für Braugerste in Deutschland beruhen, gaben sie lediglich einen ersten Trend wieder. Seit 2. Mai gibt es erste Flächenprognosen für den Anbau von Sommergerste vom Statistischen Bundesamt. Auch bei diesen Zahlen handelt es sich noch um Prognosen und nicht um endgültige Anbauflächenzahlen. [mehr]
21.05.12 - Es sind aktuell bereits über 1 Mio. Euro für das Klimaschutz-Projekt zusammen gekommen. Mit dem Stand vom 21.05.2012 sind es genau 1.144.165 Euro. Die Gelder werden für Wiedervernässung und Aufforstung der Torfmoorwälder im Sebangau Nationalpark in Borneo, Indonesien verwendet. Durch die Kronkorkenaktion werden bis zu 50.000 Hektar Moorfläche zusätzlich geschützt. Für die Umsetzung der Klimaschutz-Maßnahmen sorgt der WWF. [mehr]
21.05.12 - Die Regenfälle der letzten Wochen die Aufwuchsbedingungen regional stabilisiert, dennoch bleibt der Ertrag und die Produktion beim Wintergetreide deutlich unter den ursprünglichen Erwartungen. Zudem mussten bei Winterweizen, Wintergerste und auch bei Raps mehr Flächen umgebrochen und mit Sommergetreide bestellt werden als bislang gedacht. Wegen des deutlichen Zuwachses bei Sommergetreide und Mais schätzt der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) die Gesamternte jetzt um eine Millionen Tonnen (Mio t) höher auf insgesamt 42,4 Mio. t. Der Inlandsbedarf liegt nach den Berechnungen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) jedoch zwischen 43 und 44 Mio. t Getreide. [mehr]