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Ernte 2011

Die diesjährige Getreide- und Ölsaatenernte war schwierig und hat sowohl regional als auch von Betrieb zu Betrieb sehr unterschiedliche Ergebnisse gebracht. agrarzeitung.de hat noch einmal die Ergebnisse zusammengefasst und beendet damit die tägliche Berichterstattung rund um die Ernte 2011.

Schleswig-Holstein/Mecklenburg-Vorpommern: Die Getreideernte ist in beiden Bundesländern so gut wie beendet. Nur noch einige Restflächen an der Westküste in Schleswig-Holstein und rund um die Stadt Rostock in Mecklenburg-Vorpommern werden jetzt noch geerntet. Wo es möglich ist, nutzen die Landwirte die Regenpausen, um die Restflächen zu bergen. Um die Qualitäten zu halten, nehmen die Landwirte hohe Feuchtigkeitsgehalte beim Drusch in Kauf. Der in den vergangenen zehn Tagen geerntete Weizen wies noch Fallzahlwerte von unter 120 Sek. aus und kann nur als Futterweizen vermarktet werden. Nicht einmal die Hälfte des Weizens in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern dürfte Brotqualitäten ausweisen. Die Proteingehalte und Hektolitergewichte sind insgesamt gut.


Mecklenburg-Vorpommern: Hier ist wohl nur halb so viel Raps aus der Ernte 2011 eingebracht worden wie in Normaljahren. Nur noch 557.000 t Raps erwartet das Statistische Landesamt in Schwerin, im Vergleich zu mehr als 1 Mio. t Raps in Normaljahren. Die Winterweizenernte fiel ebenso häufig ins Wasser. Derzeit wird von 20 bis 30 Prozent weniger Weizen als 2010 ausgegangen. Für Wintergerste zeigen die Zahlen einen Mengenverlust von 35 Prozent im Vergleich zu 2010.

Brandenburg: Der Landesbauernverband bilanziert für Wintergerste rund 27 Prozent weniger Menge als 2010. An Winterweizen haben die Landwirte wohl 14 Prozent weniger gedroschen als im Vorjahr. Roggen fällt um 22 Prozent ab. An Raps wurde nur 272.000 t geerntet und damit 204.000 t weniger als 2010.

Sachsen-Anhalt: Die Ertragsspannen für Weizen liegen zwischen 20 und 90 dt/ha. Im Durchschnitt wurden laut dem Landesbauernverband rund 65 dt/ha erreicht, was 10 dt/ha weniger als 2010 sind. Roggen hingegen brachte im Mittel nur 37 dt/ha und damit rund 30 Prozent weniger Ertrag als 2010. Für Wintergerste liegt der durchschnittliche Ertrag in Sachsen-Anhalt bei etwa 55 dt/ha. Raps hat trotz der schlechten Bedingungen bessere Ergebnisse erreicht als von den meisten Praktikern erwartet. Knapp über 30 dt/ha ernteten die Landwirte, was rund 11 dt/ha weniger als im Vorjahr sind.

Thüringen: Die Ertragsausfälle für Wintergerste liegen zwischen 20 bis 25 Prozent. Winterraps hat meist gute Ölgehalte von mehr als 42 Prozent, allerdings bewegen sich die Erträge bei minus 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Winterweizen zeigt Ertragsunterschiede von minus 40 bis plus 30 Prozent im Vergleich zu 2010.

Sachsen: Die Mengen für Wintergerste liegen regional um 15 bis 40 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Für Weizen zeichnet sich ein ähnliches Bild ab. An Roggen wurde ein Drittel weniger eingebracht und an Raps wurde ein Minus von 25 bis 50 Prozent erreicht.

Nordrhein-Westfalen: Die Getreideernte in Nordrhein-Westfalen ist besser ausgefallen, als es zunächst den Anschein hatte. Über alle Getreidearten gab es nur ein Minus von 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nach der enttäuschenden Gerstenernte mit unterdurchschnittlichen Erträgen von 63 dt/ha hat der Weizen einiges herausgerissen. Die Weizenernte lag mit Durchschnittserträgen von 79 dt/ha nur 3,3 Prozent unter dem langjährigen Mittel. Bemerkenswert ist, dass die Weizenernte in Westfalen deutlich besser ausfiel als im Rheinland, wo üblicherweise die Spitzenerträge von den Äckern geholt werden. Bei Triticale bewegten sich Erträge mit 61 dt/ha ähnlich wie im Schnitt der Vorjahre. Enttäuschend war dagegen die gesamte Sommergetreideernte. Sommergerste brachte es nur auf Durchschnittserträge von 45 dt/ha, und fiel im Ertrag mehr als 10 gegenüber dem langjährigen Mittel zurück. Die Qualitäten von Sommerbraugerste waren fast durchweg zufriedenstellend. Auch die Rapsernte kam besser herein als in anderen Regionen. Die Durchschnittserträge von 34,6 dt/ha lagen allerdings 10 Prozent unter dem Schnitt der vergangenen fünf Jahre.

Hessen/Baden-Württemberg/Rheinland-Pfalz: In Nordhessen wurden am Wochenende noch beträchtliche Mengen an Weizen angeliefert. Die Erträge insgesamt fallen nicht so niedrig aus, wie ursprünglich erwartet. Sie liegen im Schnitt zwischen 80 und 90 dt/ha und damit etwa 10 Prozent unter dem Schnitt der Jahre. An Weizen sind 70 bis 80 Prozent der Partien mühlenfähig. In Südhessen gibt es sehr unterschiedliche Ergebnisse. Die Erträge variieren zwischen 50 und 90 dt/ha. Insgesamt fällt regional bis zu 30 Prozent weniger Weizen an. Einige Regionen haben den Schnitt der Jahre erreicht. Im Rheingraben wurden trotz der schwachen Böden ordentliche Erträge von etwa 60 dt/ha eingefahren, weil die Flächen beregnet wurden. Nur 15 bis 20 Prozent der Erntemenge waren Futterweizenqualität. In Rheinland-Pfalz ist besonders die Westpfalz von deutlichen Ertragseinbußen gekennzeichnet. Mit 40 bis 50 dt/ha wurden in der Regel bis zu 50 Prozent weniger Ertrag eingebracht. In Baden wurden ebenfalls sehr heterogene Erträge von 30 bis 100 dt/ha eingefahren bei guter Qualität.

Raps hat in Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden weitestgehend enttäuscht. 25 bis 40 Prozent des Ertrages fehlen. Die Westpfalz ist wieder am stärksten betroffen. Erträge von 15 bis 20 dt/ha reißen den Durchschnitt stark nach unten. Ansonsten reichen die Erträge von 30 bis durchaus auch 55 dt/ha. Speziell in der Vogelsberg-Region konnte eine gute Ernte eingebracht werden. Die Ölgehalte liegen mit durchschnittlich 40 bis 42 Prozent ebenfalls unter den Werten normaler Jahre.

Bayern: Die Getreideernte in Bayern fiel sehr unterschiedlich aus. Die gesamte Getreidemenge ist mit 6,2 Mio. t (ohne Körnermais) um gut 3 Prozent höher als im Vorjahr. Allerdings wird der langjährige Durchschnitt geringfügig unterschritten. Das Süd-Nord-Gefälle fiel in diesem Jahr besonders deutlich aus. Minderträge von minus 30 bis 50 Prozent, vielerorts sogar Totalausfälle meldet der Bayerische Bauernverband (BBV) aus Franken und bestimmten Regionen der Oberpfalz. Dagegen sind die Verhältnisse südlich der Donau recht zufriedenstellend. Zum Teil haben die Weizenerträge sogar Rekordniveau erreicht. Die Weizenernte im Freistaat dürfte in diesem Jahr bei 3,69 Mio. t liegen. Das wären 150.000 t mehr Weichweizen als im 6-Jahresdurchschnitt. Die Qualitäten sind nach Auskunft des Bayerischen Müllerbundes überwiegend brauchbar.

An Roggen wurde im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt ein Verlust von etwa 25 Prozent eingefahren. Vermutlich wurden nur 157.000 t Roggen mit unterschiedlichen Qualitäten eingefahren. Recht schwierig ist die Sommergerste einzuschätzen. In weiten Teilen Franken wurde nur wenig qualitativ brauchbare Braugerste eingebracht. Häufig sind die Eiweißwerte überdurchschnittlich hoch. Ausnahme bilden etliche Regionen in der Oberpfalz, wo durchaus gute Partien zur Verfügung stehen. Bayernweit gab es drastische Ertragseinbußen beim Raps. (Ps, sta, St, dg, HH)

geschrieben von agrarzeitung.de am 07.09.2011 um 20:33.


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