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Braugerstenanbau in Bayern auf Rekordtief

Auch in Bayern bauen immer weniger Landwirte Braugerste an. Wie der Vorsitzende der Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Qualitätsgetreide in Bayern, Leonhard K e l l e r , zum Tag des Bieres am vergangenen Freitag feststellte, dürfte der Braugerstenanbau im Freistaat in diesem Jahr auf 100 000 ha bis 105 000 ha und somit auf ein nie dagewesenes Tief eingeschränkt werden, wenn sich das Bild aus den Umfragen bestätigt. Im Vergleich zum Vorjahr sei dies ein Rückgang von 15 % bis 20 %. Zur Ernte 2009 hätten die bayerischen Landwirte noch 125 500 ha mit Braugerste bestellt; im Jahr davor seien es noch 148 100 ha gewesen.

Auch in ganz Deutschland und Europa sei der Anbau von Braugerste rückläufig, stellte Keller fest. In der Anbaustatistik spiegle sich die Entwicklung des Braugerstenpreises wider. Dieser sei innerhalb von nur zwei Jahren von 25 Euro/dt auf aktuell knapp 10 Euro/dt gesunken. Hier liege der Hauptgrund für den massiven Rückgang der Anbauflächen. „Bei einem Erzeugerpreis von 10,30 Euro/dt ist eine kostendeckende Braugerstenproduktion in unseren Breiten nicht möglich“, stellte Keller fest. Nicht einmal die variablen Kosten für Dünger, Saatgut, Pflanzenschutz, Kraftstoff und Ernte würden gedeckt, ganz zu schweigen von den festen Ausgaben für Maschinen, Getreidelager und Pachten.

Höheres Anbaurisiko
Angesichts des unbefriedigenden Erlösniveaus hält es Keller für nicht verwunderlich, dass immer mehr Landwirte sich von der Braugerstenproduktion abwenden. Neben den niedrigen Preisen sieht er bei vielen Landwirten aber noch einen weiteren Grund für den Ausstieg aus der Braugerstenerzeugung: Im Vergleich zur Produktion von Brotweizen oder Biomasse für die energetische Nutzung sei die Erzeugung von Braugerste mit einem höheren Anbaurisiko behaftet. Zudem seien die Erträge je Hektar gering und die Qualitätsanforderungen von Seiten der Mälzereien und Brauereien sehr hoch. Keller wies darauf hin, dass nach dem Rekordpreishoch im Jahr 2007 mit mehr als 30 Euro/dt das Interesse groß gewesen sei, regionale Wertschöpfungsketten aufzubauen. Die gesamte Kette vom Erzeuger über Genossenschaften und Landhandel bis zur Mälzerei und Brauerei habe es aber nicht geschafft, langfristige Partnerschaften zu bilden.

geschrieben von raiffeisen.de am 26.04.2010 um 18:25.


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