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Bilanz für Braugerste bleibt eng
Anbaufläche in Europa bestenfalls konstant-Prämien für schnelle Lieferung erwartet.
Die Aussaatfläche für Sommergerste in der EU wird in diesem Jahr höchstens geringfügig ausgedehnt. Für Deutschland ist ein rückläufiger Anbau wahrscheinlich. Eine enge Versorgungsbilanz wird auch in den kommenden Monaten anhalten.
Trotz der hohen Prämien, die für Braugerste im Vergleich zu Weizen und Futtergerste in diesem Jahr bezahlt werden, wird die Bereitschaft der Landwirtschaft immer kleiner, sich mit dieser Kultur zu beschäftigen. Skandinavien ist das einzige Hauptanbaugebiet in Europa, in dem für dieses Frühjahr eine Ausdehnung der Flächen von Sommergerste für möglich gehalten wird. Schätzungen reichen von 3 bis maximal 15 Prozent mehr Fläche.
Alternative Biogas
Weniger Anbau wird in Deutschland, Frankreich und Großbritannien erwartet. Auf der Insel könnte die Fläche noch unverändert ausfallen. Die Wetterkapriolen aus dem vergangenen Jahr stecken der Branche noch immer in den Knochen. Regional zu hohe Eiweißwerte aufgrund der Trockenheit im Frühjahr und Probleme mit Qualitäten wegen der Regenfälle während der Ernte bestimmen noch heute die Abwicklungsmodalitäten. Gushing und fehlende Keimfähigkeit kennzeichnen die Geschäfte vor allem mit dänischer Gerste. Marktteilnehmer berichten von Ware, die zu 70 Prozent von Gushing betroffen ist. Die geringe Keimfähigkeit betrifft auch das Saatgut in Skandinavien.
So schauen sich die Landwirte nach Alternativen um. In Frankreich sind es Durum, Sonnenblumen und Futtererbsen, die als Ersatz infrage kommen. Vor allem in Deutschland ist der Maisanbau für Biogasanlagen der größte Konkurrent die Gerste. Hinzu kam ein Herbst, der sich für Wintersaaten geradezu anbot. Mit Auswinterung ist aus heutiger Sicht kaum zu rechnen, lässt sich aber noch nicht komplett ausschließen.
Vorräte fehlen
Bei einer unveränderten Anbaufläche in der EU könnte für das kommende Wirtschaftsjahr der Bedarf gedeckt werden. Ohne Exporte käme es gerade so zu einer ausgeglichenen Bilanz. Voraussetzung für diese Prognose sind durchschnittliche Erträge, komfortables Aufwuchs- und Erntewetter sowie eine unveränderte Nachfrage der Mälzereien etwa 10 Mio. Tonnen bei einer Auslastung der Kapazitäten von etwa 80 bis 85 Prozent.
Allerdings wird die Branche mit niedrigen oder sogar negativen Anfangsbeständen in die neue Ernte gehen. Zudem sind die Qualitäten aus der vergangenen Ernte angeschlagen. Etliche Kontrakte werden zurück gehandelt. 2011 konnten die Mälzer noch auf Überhänge aus der Ernte 2010 zurückgreifen. Ausrutscher in Sachen Qualität kann sich kein Hauptanbaugebiet in Europa erlauben, soll die Versorgung gesichert sein. Daran werden auch die angekündigten Importe aus Argentinien wenig ändern. Bei einer begrenzten Importmenge von 300.000 t in die EU wird voraussichtlich lediglich die Hälfte auf Sommergerste entfallen.
Marktteilnehmer rechnen mit Prämien für erste schnelle Ware aus der Ernte 2012. Die Preise für die neue Ernte tendieren bereits etwas fester. Auch die Kurse für die Ernte 2011 können noch eine stabilere Tendenz bekommen. Von dieser Entwicklung wird auch Wintergerste profitieren. Sie ist überhaupt die Gewinnerin der derzeitigen Situation. Saatgut für Winterbraugerste ist ausverkauft. In vielen Anbaugebieten wurde die Fläche an Wintergersten im vergangenen Herbst ausgedehnt.
Link: http://www.agrarzeitung.de
geschrieben von Agrarzeitung Online (dg) am 03.02.2012 um 16:12.
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