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Marktberichte

Bericht über die Sommergerstenernte 2008 in der EU

So heterogen wie die Sommergerstenaussaat in Europa begonnen hat, wird offensichtlich auch die Ernte ausfallen. Noch sind nicht alle Felder geräumt. Die ersten vorläufigen Ergebnisse zeigen sehr unterschiedliche Werte. Dennoch wird von einem Überschuss an Braugerste in Europa gesprochen. Krankheiten oder Fusarien sind in der Regel nur am Rande ein Thema.

So heterogen wie die Sommergerstenaussaat in Europa begonnen hat, wird offensichtlich auch die Ernte ausfallen. Noch sind nicht alle Felder geräumt. Die ersten vorläufigen Ergebnisse zeigen sehr unterschiedliche Werte. Dennoch wird von einem Überschuss an Braugerste in Europa gesprochen. Krankheiten oder Fusarien sind in der Regel nur am Rande ein Thema.

Besonders zufrieden ist Frankreich mit seiner Ernte. Hier wird von einer außerordentlichen Ernte in Bezug auf Qualität als auch Quantität berichtet. Der Durchschnittsertrag liegt bei knapp 6,5 t/ha. Der letzte Rekord wurde 2004 mit 6,31 t/ha eingefahren. Einige wenige Probleme könnte es mit den Qualitäten im Norden des Landes geben. Hier unterbrechen Regenfälle die Arbeiten. In dieser Region fallen allerdings nur 25 Prozent der Ernte an. Auch Österreich berichtet von überdurchschnittlichen Erträgen mit hervorragenden Kornqualitäten. In Tschechien und der Slowakei wurden bessere Eiweißwerte und Vollkornanteile als im vergangenen Jahr eingebracht. Die Tschechen rechnen mit einem Exportüberschuss von 200 000 t, die Slowaken ebenfalls mit einer kleinen Menge für die Ausfuhr. Hier wurde der zweitgrößte durchschnittliche Ertrag nach 2004 geerntet. Ebenso wird in Ungarn von einer qualitativ wie quantitativ besseren Ernte als im Vorjahr gesprochen. Im Vereinigten Königreich spielte das Wetter während der Ente nicht richtig mit. Deshalb bestehen hier noch große Unsicherheiten über die tatsächlich zu erntenden Qualitäten. Weniger zufrieden sind die Polen mit ihren Ergebnissen. Während der Süden Ende August bei guten Erträgen mit den Arbeiten fast fertig war, stand im Norden noch dreiviertel der Ernte. Hier ist auch nichts Wesentliches an Erntegut mehr zu erwarten. Es ist von Ausfall der Ernte die Rede. Qualitäten und Quantitäten sind geringer als im Vorjahr. In Schweden und Finnland wird die Ernte ebenfalls durch schlechtes Wetter behindert. Während in Schweden bereits 40 Prozent der Ernte eingebracht ist, warten die Finnen Ende August noch auf Erntewetter. Höhere Eiweißwerte werden in Schweden bereits gemessen. Die Menge an Sommergerste für die Verarbeitung zu Malz wird geringer eingeschätzt als im Vorjahr. Besonderes Augenmerk wird auf die Ernte in Dänemark gerichtet. Hier ist Ende August 60 bis 65 Prozent der Flächen eingebracht. Die Erträge schwanken um 4t/ha. Der Proteingehalt liegt zwischen 9 und 14,5 Prozent, Der Vollgerstenanteil bei 90 Prozent. Die sehr trockene Wachstumsphase lässt im Endergebnis unterdurchschnittliche Erträge und hohe Eiweißwerte erwarten. Der Regen während der Erntezeit ist ebenfalls nicht optimal für die zu erwartende Ware.

Die unterschiedliche Niederschlagsverteilung in Deutschland hat bei der Braugerstenernte auch hier zu sehr heterogenen Ergebnissen geführt. Insbesondere im Eiweißbereich sind sehr hohe Abweichungen zu beobachten. Überraschend gut ist der Vollgerstenanteil mit einem Durchschnittswert von 91% über alle Bundesländer. Lediglich in Gebieten, die während der Kornfüllungsphase unter Trockenheit litten, wie in Schleswig-Holstein, in Unterfranken sowie in Teilen Baden-Württembergs und Hessens liegt der Vollgerstenanteil unter dem langjährigen Durchschnitt, hat die Braugersten-Gemeinschaft e.V., München , ermittelt. Starke Schwankungen zeigen allerdings auch die Erträge. Grundsätzlich berichten Fachleute von einer deutlich besseren Qualität als in 2007. Auch Kornanomalien und Fusarien sind kaum ein Thema. Dennoch ist nicht auszuschließen, dass sich die Werte in den Gebieten, in denen die Ernte noch nicht vollständig abgeschlossen ist, noch verschlechtern können. Regenfälle haben die Arbeiten immer wieder unterbrochen.
Die Preise für Braugerste in Europa gaben im Verlauf der Ernte in Erwartung einer großen Menge auf beispielsweise 200,00 bis 207,00 EUR/t franko Oberrhein nach. Ab Mitte August stoppte diese Entwicklung aus Unsicherheit vor den noch zu erntenden Mengen und Qualitäten in den europäischen Anbaugebieten.

--> Link: Übersicht Ernteschätzung Europa

geschrieben von Dagmar Hofnagel / Braugersten-Gemeinschaft e.V. am 03.09.2008 um 04:23.


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