Malz- und Bier-Lexikon

Bier & Malz

Ur-Bock

Der Name "Bock"-Bier hat mit dem gehörnten Vierbeiner namens Bock nichts zu tun! Vielmehr ist die niedersächsische Stadt Einbeck namensgebend für das aus ihr stammende Starkbier gewesen:
Bockbier, für viele Inbegriff bayerischer Braukunst, ist demnach norddeutscher Herkunft. Heute wird es allerdings zumeist in Bayern gebraut und getrunken: etwa ein Drittel des bundesdeutschen Starkbierausstoßes stammt aus Sudkesseln von Brauereien in Bayern. Die Hansestadt Einbeck in der Nähe von Hannover gehörte kurz nach der Jahrtausendwende zu den norddeutschen Biermetropolen; das Braugewerbe war der bedeutsamste Wirtschaftszweig der Stadt. Bereits im 11. Jahrhundert wurde Bier nach Hamburg geliefert, aus dem 13. Jahrhundert sind sogar Exporte nach Italien belegt.

Auch die Herzöge von Bayern schätzten das wohlschmeckende Einbecker Bier, das zur Erzielung längerer Haltbarkeit stärker eingebraut war, und importierten es. So ist überliefert, dass der herzoglich-bayerische Hof spätestens seit 1550 Bier aus Einbeck bezog. Doch der Import wurde Herzog Wilhelm V. auf Dauer zu teuer. Um ein Bier, das dem Einbeck’schen geschmacklich gleichkam, selbst brauen zu können, wurde der Beschluss gefasst, in München ein Hofbräuhaus (das "Braune Hofbräuhaus" im Gegensatz zum erst 1605 in Betrieb genommenen "Weißen Hofbräuhaus") zu errichten, das 1591 fertiggestellt werden konnte. Es stand dort, wo noch heute das weltberühmte Hofbräuhaus (das allerdings 1897 im Stil der damaligen Zeit neu aufgebaut wurde) steht: am "Platzl" in der Münchener Innenstadt.

Quelle: http://www.bierundwir.de/

zurück | nach oben