Malz- und Bier-Lexikon

Bier & Malz

Gärung

Während der Hauptgärung im Gärkeller vergärt die Hefe innert 3 bis 6 Tagen den grössten Teil des im Sudhaus gewonnenen Malzzuckers der Würze in Alkohol und Kohlensäuregas (CO2). Der Alkohol bleibt dabei im Bier und der grösste Teil des CO2 verflüchtigt sich. In modernen Brauereien wird in besonderen Anlagen das CO2 gesammelt. Die vergorene Würze nennt die Fachwelt "Jungbier".
Für das Starten der Gärung wird die abgekühlte Würze nach dem Brauen im Gärkeller zuerst mit reichlich Sauerstoff belüftet. Danach gelangt sie in offene oder geschlossene Gärbottiche. In modernen und grossen Brauereien verwendet man heutzutage geschlossene zylinderkonische Gärtanks.

Pro 100 Liter Würze benötigt man zum Starten der Gärung (Anstellen) zwischen 0.5 bis 1 Liter dickbreiige Hefe.

Hefe ist ein lebender Mikroorganismus. Während der stärksten Aktivität der Gärung befinden sich in 1 Milliliter Würze bis zu 50 Millionen Hefezellen. Der Brauer kennt zwei verschiedene Hefe-Familien - obergärige und untergärige Hefe - mit jeweils mehreren Stämmen.

Die Würze lässt man je nach Bierstil und verwendeter Hefe bei kalten (untergärig, 5 bis 9°C) oder warmen (obergärig, 15 bis 25°C) Temperaturen vergären.

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