Bier & Malz
Eine Sonderrolle bei der Fortentwicklung des beim Starkbier aus Bayern kommt den Klöstern zu. Die Mönche, gewöhnlich des Lesens und Schreibens kundig, waren in der Lage, die Kunst des Bierbrauens systematisch weiterzuentwickeln. Erfahrungen wurden gesammelt, Rezepturen schriftlich festgehalten und mit den Jahren systematisch verbessert. Das Bier galt in den Klöstern als nahr- und vor allem schmackhafte Ergänzung der ansonsten eher kargen Kost. Vor allem während der Fastenzeit war man bestrebt, die stark eingeschränkte Aufnahme fester Nahrung durch entsprechend gehaltvolle Getränke zu kompensieren, denn: Flüssiges bricht Fasten nicht!
Die Herstellung von Starkbieren in den Klöstern bedurfte jedoch - so sagt es die Legende - einer gesonderten Genehmigung durch die kirchliche Obrigkeit und war "Chefsache". Um dem Papst einen Eindruck vom wohlschmeckenden klösterlichen Starkbier zu vermitteln und so die Erlaubnis zu erwirken, dieses für den Verzehr im Kloster herstellen zu dürfen, füllte man ein Fässchen ab und schickte es zum Heiligen Stuhl nach Rom.
Beim Transport über die Alpen kräftig geschüttelt und unter italienischer Sonne immer wieder erwärmt, kam es Wochen später - unterdessen sauer geworden - beim heiligen Vater an. Der kostete vom viel gepriesenen Trunk - fand ihn gräulich, deshalb dem Seelenheil seiner Brüder nördlich der Alpen nicht weiter abträglich und erteilte die gewünschte Braugenehmigung. Also braute man nahrhafte Fasten-Starkbiere ein, eine Tradition, die sich auch außerhalb der Klostermauern während der Fastenzeit bis heute großer Beliebtheit erfreut.
Quelle: http://www.bierundwir.de/
siehe auch: Bockbier
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