Bier & Malz
Biertreber sind ein Nebenerzeugnis, das bei der Bierherstellung als Rückstand des Malzes (entkeimtes Getreide) am Ende des Maischprozesses (Abläutern) im Läuterbottich verbleibt. Sie enthalten alle wasserunlöslichen Bestandteile des Malzes (Spelzen, Schalen, Fett etc.), kaum Zucker und Stärke. Sie enthalten etwa 8 g Calcium und 4 g Phosphor je Kilogramm Trockenmasse.
Frische und silierte Biertreber sind ein schmackhaftes Futter. Sie werden sehr gerne gefressen. Frische Treber sind wegen des hohen Wassergehaltes leicht verderblich (max. 2 - 3 Tage Lagerdauer).
Der Futterwert dieses eiweißreichen Futtermittels ist in der nachfolgenden Tabelle zusammengestellt und mit den gängigen eiweißreichen Futtermitteln verglichen.
Im Vergleich zu diesen liegt der Rohproteingehalt relativ niedrig. Wegen der niedrigen ruminalen Abbaubarkeit ist der Gehalt an nutzbarem Protein aber durchaus mit dem von Malzkeimen, Erbsen und Ackerbohnen vergleichbar. Der Milcherzeugungswert von einem Kilogramm lufttrockener Biertreber liegt nach nXP bei etwa 2 Kilogramm Milch. Dies erklärt zumindest einen Teil der früher immer angesprochenen "Sonderwirkung" beim Einsatz von Treber, die auch bei ohnehin schon eiweißreichen Grasrationen beobachtet wurde.
Der Energiegehalt dieses Futtermittels liegt mit 5.9 MJ NEL relativ niedrig. Dies begrenzt u.a. die empfohlene Einsatzmenge. Der Stärke- und Zuckergehalt ist auf Grund des angeführten Herstellungsprozesses sehr gering. Die Abbaubarkeit des Proteins von Biertreber im Pansen ist relativ gering und langsam. Eine Kombination mit Maisprodukten deren Abbauverhalten bei der Stärke ähnlich gelagert ist, ist deshalb empfehlenswert.
Wegen des hohen Spelzen- und Schalenanteils liegt der Rohfaseranteil bei ca. 18 % und damit deutlich über den Anteilen bei Kraftfutter aber niedriger als bei Grundfutter. Trotz der geringen Menge an strukturierter Rohfaser wird der Treber eine stabilisierende Wirkung auf die Verdauung nachgesagt. Sie ist Durchfallhemmend. Ein Grund dafür ist sicherlich das hohe Wasseraufnahmevermögen der Biertreber.
Auf Grund der dargestellten Zusammensetzung können Biertreber sowohl zur Ergänzung von knappen Grundfuttervorräten, wie in dem heurigen Trockenjahr, als auch zum teilweisen Ersatz von Kraftfutter eingesetzt werden.
Die einzusetzenden Mengen hängen von der Rationszusammensetzung ab. Als Obergrenzen für Milchkühe werden 6 – 8 Kilogramm je Kuh und Tag empfohlen, bei höheren Gaben evtl. Milchfettabfall. Bei Futtermischungen kann diese Menge bei der Zumischung von strukturierten Komponenten auch etwas überschritten werden. Gerade in Kombination mit Stroh und ergänzt mit energiereichem Kraftfutter kann auch für Milchkühe eine bedarfsgerechte Ration zusammengestellt werden.
Bei Mastrindern liegt bei hohen Leistungen die Empfehlung bei 1 – 1.5 kg je 100 Kilogramm Lebendgewicht. Bei sehr hohen Gaben in der Endmast wird ansonsten energiereiche Maissilage aus der Ration verdrängt.
Quelle: http://www.stmlf-design2.bayern.de
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