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Grainexx Marktbericht 06/2012

Griechenland erneut im Fokus -Diskussion um mögliche Auswinterungsschäden -Märkte eher in Seitwärtsbewegung – Was bringt USDA morgen?
„Hellas“ bleibt auch weiterhin der dominierende Impulsgeber an den Finanzmärkten. Auch nach mehreren Ultimaten der EU und der Troika gibt es keine weiteren Fortschritte seitens der Regierung bei den verlangten Auflagen bzw. bei den Diskussionen um einen Schuldenschnitt.
Der deutsche Leitindex DAX tendiert deshalb abwartend seitwärts , doch der Euro präsentiert sich überraschend fest bei um 1,3250.

Aktuelles internationales Getreide-Geschehen:

  • Marokko’s König Mohammed VI hat seine Bevölkerung aufgerufen um regen zu beten. Das Land befindet sich seit Langem fest im Griff von viel zu trockenem und nun auch zu kaltem Wetter. Das amerik. Landwirtschaftsministerium schätzt die Ertragsverluste bei Getreide bereits auf 50%. Das bedeutet für das Land eine grössere Steigerung der importmengen bei Weizen und Gerste in diesem Jahr. Auf die Idee mit dem Beten muss man erst mal kommen  wäre vielleicht ein Tip für die Brauindustrie!!
  • Gemäss einiger Aussagen von Agrar-Experten und offiziellen Stellen könnte die Ukraine zwischen 42-50% Ihres Wintergetreides verlieren. Grund ist die anhaltende Kältewelle mit Temperaturen von teilweise minus 30 C und auch darunter. Dies schädigt insbesondere die durch Trockenheit im Herbst schon stark angeschlagenen Bestände.
  • In Russland erreichten die Temperaturen mancherorts minus 38 C. Über ausreichende Schneedecke wird noch leidenschaftlich „gestritten“..
  • Trockenes Wetter gibt es auch im Norden der USA und in Kanada –gerade in Kanada ist auch weiterhin kein Regen in der Vorhersage. In Kansas wurde das Rating der Bestände die gut/sehr gut stehen von 53% auf 49% gesenkt.
  • MATIF Weizen erreichte für den März 12 Termin ein 7-Monats Hoch mit 221,50 EUR ,bevor man heute um gut 5.- EUR/to zurück fiel.
  • Der strenge Frost verhindert derzeit auch die Abwicklung von Getreideexporten in den wichtigen Schwarzmeer-Häfen.
  • Die Exporte für Getreide zwischen Juli 2011 und Ende Januar 2012 beliefen sich auf 19 Mio. to aus Russland und 11,6 Mio to aus der Ukraine (davon gut die Hälfte Mais).
  • In Deutschland gibt es ein hohes Risiko für Wintergetreide und Raps. Experten gehen von noch keinen grösseren Schädigungen aus. Das Risiko kann aber mit der Gefahr von Wechselfrösten steigen.
  • Aussagen, dass die südamerikanischen Mais-Bestände sich durch jüngste Regenfälle stabilisiert haben sollen sorgte für etwas Entspannung bei den Mais –Futures in Chicago.
  • Sprechen wir über…. Russland:
    19 Mio to exportiert bis Ende Januar –zum 31.12 waren es 17,9 Mio to. Führen die etwas langsameren Exporte schon zu einer Rationierung? Es gibt also noch genug Möglichkeiten und Ware bevor man Putin’s Exportziel von 23-25 Mio to. erreicht hat. Die letzte Woche vorherrschende Hektik von verschiedenen Äusserungen von offizieller Seite nahm am Freitag ein abruptes Ende, als (erst mal!) klar gestellt wurde, dass kein Exportstop oder Beschränkungen ab April geplant werden. Aber: man will die Situation sorgfältig beobachten. Heisst –wie an dieser Stelle vorher bereits beschrieben: ausgeschlossen ist es nicht und kann sich sehr schnell je nach politischer Lage ändern.
    Schlussfolgerung: In Russland ist vieles möglich ..aber Vieles schwierig (Originalzitat eines russ. Düngemittelproduzenten zu mir vor 20 Jahren! –da hat sich nichts geändert…Kontinuität halt..)
  • Südafrika’s Maisernte wurde auf 11,5 Mio to nach unten korrigiert.
  • Bei Gerste bleibt die Weltbilanz eng.


  • Von Geschäften in grösseren Stil bei Weizen oder Futtergerste kann man zur Zeit nicht berichten. Alles ruhig an dieser Front. Trotzdem keine billigen Preise derzeit.

    Donnerstag steht ein neuer USDA –Bericht ins Haus. Wie immer grossartig erwartet . Und wie immer in den letzten Monaten erwartet man grossen Korrekturbedarf bei den Zahlen: Ethanolproduktion USA,US-Maisexporte, Ernte in Argentinien Mais und Sojabohnen und ..und ..und
    Nur ein Beispiel: letzte USDA Zahl für Mais in Argentinien 26 Mio to –die ist nicht haltbar. Andere Schätzungen gehen von 19-22 Mio to… Sollte nun das USDA einen grossen Schritt nach unten gehen auf 24 Mio to wird der Markt (und insbesondere die Funds, die nur darauf schauen) als „bearish“ empfinden und die Mais-Futures auf Talfahrt schicken. Und anschliessend kehrt die Realität von Fundamentaldaten zurück und wir gehen wieder rauf in den Preis. So auch geschehen im letzten Monat!!
    Also: der Bericht ist wichtig, ja –aber wohl nicht entscheidend!

    Zur Braugerste:

  • Es wird viel über mögliche Auswinterungen gerade in Frankreich bei Wintergerste diskutiert. Es scheint aber Konsens zu sein, dass man mögliche Schädigungen erst ca. Mitte März wird quantifizieren können. Möglicherweise steigt dann doch die Aussaatfläche für Sommergerste. Aber: dann sprechen wir auch über niedrigere Erträge und es könnte netto betrachtet eine kleinere Ernte geben.
  • Die französischen Erfasser haben sich erst mal vorsichtig zurückgezogen sowohl für weitere Verkäufe der jetzigen Ernte als auch für die neue.
  • Wintergerste der Ernten 11 und 12 bleibt von Handelshäusern weiter gesucht.
  • In Deutschland werden mit 260.- am Rhein und 255.- in Bayern für das Frühjahr immer noch Sommergersten- Partien günstig angeboten -> zum Vergleich 270.- Mosel fob Basis Juli 11(!!) gehandelt!
  • Sorge vor abfallender Keimenergie in Frankreich bei Sommergerste nimmt stark zu. Es ist zweifelhaft ob grössere Mengen bis zum Sommer noch vermälzungsfähig sein werden.
  • Trotz Import von argentinischer Gerste gibt es weiterhin rege Nachfrage aus Russland nach EU-Ware für vordere Termine. Zunehmend Eis in den Ostseehäfen hilft dabei natürlich nicht bei der Logistik.
  • Mälzer berichten von steigender Nachfrage nach Offerten –kaum hört man dann die Preise ist der Brauer auch meist schon wieder weg…
  • Wir hören (zunehmend widersprüchlich) Aussagen, dass in Dänemark es vielleicht doch nicht zur ganz grossen Flächenausdehnung kommen wird. Vielleicht hat man doch die Weizenfläche unterschätzt…


  • Es ist noch ein langer Weg in dieser Kampagne ..und ein schwieriger Anschluss!

    Sommergerste
    E 11 Preis Kommentar
    FOB Creil Basis Juli 262 € nominal
    FOB Mosel Basis Juli 270 € gehandelt
    FOB DK Basis Januar 250 € nominal „Papier“
    FOB DK Basis Januar 260 € gehandelt bemusterte Partien mit guter Qualität
    FOB England Basis Januar 267 € nominal
    franko Bayern Basis Januar 265 € nominal
    franko Oberrhein Basis Januar 270 € nominal

    E 12 Preis Kommentar
    FOB Creil Basis Juli 237/238 € nominal
    FOB Mosel Basis Juli 246 € Verkäufer
    FOB DK Basis Oktober 233 € gehandelt
    FOB England Basis Oktober 237 € nominal
    franko Bayern Basis Oktober 250 € gehandelt
    franko Oberrhein Basis Oktober 256 € gehandelt

    geschrieben von Grainexx Getreidehandels GmbH am 09.02.2012 um 18:20.


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